Impuls zum Weihnachtsfest von P. Johny

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Dieses Jahr war ganz anders als wir gedacht und geplant hatten. Die Coronavirus-Krankheit ist weltweit aufgetreten und betrifft fast alle Länder und Gesellschaften. Und sie stört fast alle Bereiche unseres Lebens. Das Virus hat unter den Menschen Angst erzeugt, einige sind erschüttert, einige sind hoffnungslos geworden, einige arbeitslos, einige sind geflohen und, und, und

Und jetzt ist Weihnachten da! Wir können gar nicht anders als unser Fest durch die Brille von Corona zu sehen. Was kann uns die Weihnachtsgeschichte, die wir im Evangelium gehört haben, in unserer Situation sagen?

Es ist das, was in der Szene draußen auf den Feldern bei den Hirten deutlich wird. Es ist das Licht, das deutlicher als sonst in unsere dunkle Nacht hineinstrahlt. Es ist die Klarheit des Herrn, die den Hirten und uns allen offenbar wird. Christus ist da, ein Kind, das für Freude und Neubeginn steht. Gerade den Hirten wird zuerst diese Botschaft gebracht. Das heißt: Gott lässt keinen Menschen im Dunkel sitzen. Endlich ist da jemand, der sie wahrnimmt, Seite an Seite mit Armen und Bedürftigen das Leben teilt, Hoffnung bringt, Resignation nimmt und wieder Mut macht. Ein Retter ist geboren!

Und weiter: Fürchtet Euch nicht! Jesus bringt die Zuversicht, mit der wir unser Leben führen und gestalten können. Und weiter: Die Geburt Jesu zeigt nicht nur, dass Gott heilen und retten will. Er zeigt uns seine Liebe, in der die Angst schmilzt und die uns befähigt, mit Vertrauen in die Zukunft zu schauen. Diese Liebe kommt in unserer schwierigen Zeit mit der Aufforderung einher, nicht nur Statistiken und Fallzahlen zur Kenntnis zu nehmen und abzuhaken, sondern für die Menschen nach Kräften in Solidarität da zu sein. Papst Franziskus formuliert so:

Die weltweite Coronavirus-Pandemie ist nicht Gottes Urteil über die Menschheit, sondern Gottes Aufruf an die Menschen, zu beurteilen, was für sie am wichtigsten ist, und entschlossen zu sein, von nun an entsprechend zu handeln. Lasst den Heiligen Abend in diesem Sinne auf uns wirken!

Die Liebe Gottes wird uns Menschen geschenkt mit dem Kind in der Krippe. Gott macht sich klein, um zu uns hinabzusteigen. Der kleine Jesus wartet auf uns, er ist leicht zu übersehen, nur 50 cm groß, Babygröße! In der Krippe lässt er sich anschauen. Er gibt uns Grund, sehr viel zu überdenken und dann mit Herzen zu feiern, weil im Kleinen und Unscheinbaren das ganz Große atmet.  Amen