Impuls zum Sonntag: 10.1.

Impuls zum Fest Taufe des Herrn als PDF!

Ende des Lockdowns am 10.1. ist Anfang des Lockdowns am 11.1.!

Viele hatten gehofft, dass es im neuen Jahr schnell besser wird. Jetzt wissen wir, dass es sich auch nach dem 10. Januar noch lange hinziehen wird.

Woher die Kraft zum Durchhalten nehmen?

Wie die Kräfte erneuern?

Heute, am Übergang von einem Lockdown zum Nächsten ist das Fest Taufe des Herrn.

Dieser Sonntag beschließt die Weihnachtszeit und leitet über in den gewöhnlichen Jahreskreis. Was kann uns das Fest der Taufe Jesu für uns heute sagen? Bräuchten wir nicht einen Brunnen der Erneuerung, der uns frische Kräfte zufließen lässt, so dass wir nicht mehr so erschöpft sind. Wie kann ich immer nur geben in einer anstrengenden Zeit?

Der Heilige Bernhard von Clairvaux wurde einmal als Abt von einem sehr fleißigen Zisterziensermönch gefragt: „Was kann ich tun, ich bin immer so erschöpft?“

Als Antwort erzählte Bernhard ihm ein Gleichnis von einem Brunnen mit mehreren Schalen, ähnlich dem Brunnen im Brunnenhaus der ehemaligen Zisterzienserabtei Maulbronn bei Heilbronn:

 

Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast geleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist.

Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter. Lerne auch du nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott.

Die Schale ahmt die Quelle nach. Erst wenn sie mit Wasser gesättigt ist, strömt sie zum Fluss, wird zum See.

Du tue das Gleiche! Zuerst anfüllen dann ausgießen.

Die gütige und kluge Liebe ist gewohnt überzuströmen, nicht auszuströmen.                                                                                       

Ich möchte nicht reich werden, wenn du dabei leer wirst. Wenn du nämlich mit dir selbst schlecht umgehst, wem bist du dann gut?

Wenn du kannst, hilf mir aus deiner Fülle, wenn nicht schone dich.   

 

Das Evangelium, das anlässlich des Festes der Taufe des Herrn gelesen wird, kann uns auch heute noch zur überströmenden Schale werden. Jesus steigt, wie die anderen in den Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. Da hört er die Stimme des Vaters: „Du bist mein vielgeliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.“

Seit unserer Taufe dürfen auch wir uns jeden Tag neu als vielgeliebte Söhne und Töchter Gottes fühlen, an denen er Gefallen gefunden hat. Gott liebt seine Kinder, ohne Vorleistung. Jesus ist in den Jordan gestiegen, in den schon die Sünden der Menschen abgewaschen waren, um uns zu heilen. Auch unsere bereuten Sünden werden vergeben. Mit der Taufe gehören wir eng zum dreifaltigen Gott.

Ich fülle meine Schalen, wenn ich mit diesem Quell des Lebens in Verbindung trete, bete, mich von seinem Wort und Sakrament beschenken lasse: „Du bist mein geliebtes Kind. Du musst dich nicht erlösen, ich erlöse dich!“ Die Auszeit am Sonntag, beim Gebet, beim sich Vertiefen in das Evangelium tut gut. Die Auszeit im Glauben, im Gottesdienst und durch die Eucharistie ist existentiell. Deshalb fangen wir auch wieder mit unseren Gottesdiensten an. Nehmen Sie sich solche Auszeiten und lassen sich wieder füllen mit Ansehen, unverdienter Liebe und Frieden!

 

Gott erfülle Dich mit seiner überströmenden Liebe und segne dich!